Kleintierklinik Iffezheim

HD/ED Röntgen...eine Untersuchung (nur?) für Zuchthunde?



HDA
Genetisch bedingte Erkrankungen des Bewegungsapparates sind ein großes Problem der Hundezucht. Sie verursachen oft lebenslange Schmerzen und Leid für das betroffene Tier und erhebliche Kosten für den Tierhalter. Es gibt Hunderassen, bei denen bis zu 50% der Population an HD und/oder ED erkrankt sind. An mittel- und hochgradiger HD leiden noch immer 15% aller untersuchten Hunde. Bei fast allen Rassen ist es durch die Einführung des HD-Röntgens zu einer Reduktion schwerer Formen gekommen. Seit einigen Jahren jedoch beobachtet man einen Stagnation. Dies liegt daran, dass man potentielle Zuchthunde aufgrund ihres Phänotyps selektiert und nicht berücksichtigt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Tieres, schlechte oder gute Gelenke zu vererben insbesondere durch seinen Genotyp beeinflusst wird. Erkrankunegn wie der HD oder ED liegen sogenannte polygene Erbgänge zugrunde, was bedeutet, das ein völlig gesundes Tier dennoch Gene für „schlechte Hüften“ in seinem Erbgut haben kann.
Das erklärt, warum selbst in Würfen, deren Vorfahren über Generationen A-Hüften aufweisen, immer wieder Welpen mit schlechten Hüften vorkommen. Umgekehrt auch aus Elterntieren mit B- und C-Hüften durchaus Welpen mit A-Hüften zu erwarten sein können.
Gute Informationen über den sogenannten Zuchtwert eines Tieres liefern seine Nachkommen sowie alle anderen verwandten Tiere. Das bedeutet, dass die Untersuchung eines Familienhundes, für den der Besitzer keinerlei züchterische Ambitionen hat, von großem Wert für die Rasse ist. Die Röntgenuntersuchung der Welpen bringt die wertvollste Information über den züchterischen Wert der Elterntiere sowie ihrer Geschwister.
Es sollte heutzutage im Interesse eines jeden seriösen Züchters liegen, seine gesamte Nachzucht auf die für die Rasse bekannten genetisch bedingten Erkrankungen untersuchen zu lassen. Eine gute Information über mögliche Risiken einer Verpaarung bringt das sogenannte vertikale Pedigree, welches neben den Ergebnissen der direkten Vorfahren eines Hundes auch die seiner Geschwister zeigt. Ebenso finden sich im vertikalen Pedigree auf den ersten Blick Auswertungslücken, die bei alleiniger Betrachtung des Zuchtwertes nicht zutage treten. Bei seiner statistisch hohen Disposition
HDE
für HD und ED und hohem Verwandschaftsgrad innerhalb der Linien werden sich viele Hunderassen zukünftig nur durch sehr gewissenhaftes und planvolles züchterisches Vorgehen halten können. Grundlage hierfür sind vollständige Datenbanken und ein offener Umgang mit allen, zur Verfügung stehenden Informationen! Grundlage ist jedoch vor allem die Bereitschaft der Welpenkäufer, auch die nicht zur Zucht vorgesehenen Hunde röntgen zu lassen.

Für die Untersuchung der Hüften wird vom Zuchtverband eine leichte Narkose vorgeschrieben, welche keine gesundheitlichen Risiken für den jungen Hund birgt. Hierbei geht es um eine ausreichende Muskelrelaxation, die einen Vergleich der Bilder unterschiedlicher Hunde erst möglich macht.

Die Röntgenutersuchung der Gelenke vorbelasteter Rassen trägt zu einer Verbesserung der Gesamtsituation innerhalb einer Rasse bei. Ganz nebenbei erlaubt sie natürlich auch Aussagen über die Belastbarkeit und sportliche Einsatzfähigkeit des geröntgten Hundes.